Der versunkene Krug

Nach Überlieferungen muss sich etwa anderthalb Kilometer südlich des Ortes an der ursprüng­lichen Landstrasse (westlich der jetzigen B96 verlaufend) eine Wegeschenke befunden haben. In Preußischen Messtischblättern ist ohne exakte Angabe „Der versunkene Krug“ eingetragen.

Fuhrleute, die mit ihren mit schweren Lastwagen über Zossen ins sächsische wollten, kehrten hier gerne ein.
In der Schänke tranken sie einen Krug Märkers Bier oder den kräftigen Landwein, der damals auf Grß-Machnower Weinberg gezogen wurde. Zuweilen waren auch recht wilde Gesellen dabei.
Sie konnten tun und lassen was sie wollten, der Wirt wehrte dem trinken, tanzen, singen und würfeln nicht, da er davon seinen Nutzen hatte. Sogar an einem Karfreitag Vormittag, als die Glocken von Dahlewitz, Groß-Kienitz und Groß-Machnow mit schweren Klängen zum Gottendienst riefen, um der Sterbestunde des Heiland zu gedenken, wollte das Lärmen und Toben kein Ende nehmen.
Am Himmel zogen träge schwarze Wolken dahin und schwül und drückend war die Luft.
In das Geläut der Glocken mischte sich ein dumpfes Grollen. Plötzlich fuhr ein Blitz vom Himmel, ein Donnerschlag ließ die Grundfesten des Hauses erzittern.

Dahlewitzer Bauern, die am nächsten Tage auf ihre Felder fuhren, fanden dort, wo der Krug gestanden hatte, nur ein gähnendes Loch.

Jahrhunderte lang ging der Pflug über diese Stelle hinweg. Nur im Preußischen Urmeßtischblatt aus dem Jahre 1869 ist der „Versunkene Krug“ noch verzeichnet.

 

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