Warum Dahlewitz das 700Jährige Jubiläum zweimal gefeiert hat

Der 24. Februar ist für Dahlewitz ein besonderes Datum. An diesem Tag gaben Markgraf Hermann von Brandenburg und sein Vasall Busso im Jahr 1305 bekannt, dass sie ihre bisherigen Patronatsrechte der Kirchen im Dorfe Dolwiz und in Kynitz an das Kloster Spandow abtreten. Daraus ist zu erkennen, dass das Dorf Dahlewitz mindestens einige Jahrzehnte älter als die Urkunde sein muss, bezogen auf die Ansiedlung, die mit dem Kirchenbau um 1250 einherging.

Eine Gründungsurkunde hat sich bisher leider ebenso wenig angefunden wie für die übrigen Dörfer dieser Gegend. Die Ortsbezeichnung wurde, wie damals üblich, von den Slawen übernommen, die bereits einige Jahrhunderte das Gebiet der heutigen Feldmark Dahlewitz bewohnten – die ältesten slawischen Siedlungsreste werden von Archäologen etwa auf einige Jahrhunderte vor der deutschen Besiedlung datiert.

Die erste Anlage des deutschen Angerdorfes Dahlewitz fällt hingegen mit großer Wahrscheinlichkeit in die Zeit als Mittenwalde im Rahmen kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen Askaniern und Wettinern für die Mark eine wichtige Bastion als Tor zur Lausitz wurde (1240-1245).

Diese Überlegungen nahmen die Dahlewitzer als historisch bedeutsames Ereignis für sich in Anspruch, um im Jahr 1950 eine 700-Jahr-Feier auszurichten – der urkundliche Beleg dafür fehlte allerdings. Anlässlich des Festes, das vom 2. bis zum 4. September 1950 stattfand, gab es ein umfangreiches Programm, zu dem Turmblasen, Kirchenkonzerte, Festsitzungen, Festgottesdienst und ein großer Umzug gehörten.

Die Festsitzung zur urkundenbezogenen 700-Jahrfeier fand dann, 55 Jahre später, im Jahr 2005 statt.

Das im Jahr 2004 eingeweihte Bürgerhaus Dahlewitz (jetzt Bürgerhaus Bruno Taut Dahlewitz) war ein angemessener Veranstaltungsort. Neben vielfältigen Veranstaltungen, die das ganze Jahr 2005 als „Festjahr“ füllten, gehörte wiederum als Höhepunkte ein großer Festumzug.

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