Warum Dahlewitz das 700Jährige Jubiläum zweimal gefeiert hat

Der 24. Februar ist für Dahlewitz ein besonderes Datum. An diesem Tag gaben Markgraf Hermann von Brandenburg und sein Vasall Busso im Jahr 1305 bekannt, dass sie ihre bisherigen Patronatsrechte der Kirchen im Dorfe Dolwiz und in Kynitz an das Kloster Spandow abtreten. Daraus ist zu erkennen, dass das Dorf Dahlewitz mindestens einige Jahrzehnte älter als die Urkunde sein muss, bezogen auf die Ansiedlung, die mit dem Kirchenbau um 1250 einherging.

Gründungsurkunde 1305

Unsere Ehrenvorsitzende Frau Seidel war sehr viele Jahre bemüht, die Urkunde mit der erstmaligen Erwähnung unseres Ortes in den Archiven aufzufinden. Es war bekannt, dass sich eine Urkunde aus dem Jahre 1305 im Geheimen Staatsarchiv Dahlem bis vor dem Krieg befand. Doch diese war durch Auslagerungen im 2. Weltkrieg nicht mehr auffindbar. Die Bestände waren in verschiedene Orte ausgelagert worden. Seit 1988 war es Ihr möglich auch das Geheime Staatsarchiv in Berlin-Dahlem zu besuchen. Die Urkunde war trotz größter Bemühungen nicht auffindbar. Erst mit der Rückkehr von ausgelagertem Archivgut aus Merseburg 1993 in das Geheime Staatsarchiv konnten Mitarbeiter die Urkunde auffinden und diese Frau Seidel bei einem Ihrer Besuche im Lesesaal präsentieren. Frau Seidel bekam einen alten Karton mit Lederbezug, der sich in einem schmalen Pappkarton befand zur Ansicht übergeben. Noch heute leuchten Ihre Augen, wenn Sie von diesem Augenblick erzählt.

„Es war als würde ich Weihnachten am Gabentisch stehen.“

Die Übersetzung der Urkunde übernahmen unser damaliger Pfarrer Herr Wegmann und Familie Braunsdorf.

Titelblatt Programm der 700 Jahrfeier 1950 – Archiv des Vereins Historisches Dorf Dahlewitz e.V.

Diesem ersten urkundlichen Nachweis entsprechend gehört Dahlewitz zu den ältesten Dörfern auf dem Teltow. Das genaue Datum der Erstbesiedlung und die Gründer unseres Ortes sind nicht bekannt.

Die erste Anlage des deutschen Angerdorfes Dahlewitz fällt hingegen mit großer Wahrscheinlichkeit in die Zeit als Mittenwalde im Rahmen kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen Askaniern und Wettinern für die Mark eine wichtige Bastion als Tor zur Lausitz wurde (1240-1245).

Diese Überlegungen nahmen die Dahlewitzer als historisch bedeutsames Ereignis für sich in Anspruch, um im Jahr 1950 eine 700-Jahr-Feier auszurichten – der urkundliche Beleg dafür fehlte allerdings. Anlässlich des Festes, das vom 2. bis zum 4. September 1950 stattfand, gab es ein umfangreiches Programm, zu dem Turmblasen, Kirchenkonzerte, Festsitzungen, Festgottesdienst und ein großer Umzug gehörten.

Die Festsitzung zur urkundenbezogenen 700-Jahrfeier fand dann, 55 Jahre später, im Jahr 2005 statt.

Das im Jahr 2004 eingeweihte Bürgerhaus Dahlewitz (jetzt Bürgerhaus Bruno Taut Dahlewitz) war ein angemessener Veranstaltungsort. Neben vielfältigen Veranstaltungen, die das ganze Jahr 2005 als „Festjahr“ füllten, gehörte wiederum als Höhepunkte ein großer Festumzug.

 

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