Das ehem. Gutsgelände

Die heutige Gutsanlage ist in ihrer Grundstruktur mindestens 200 Jahre alt. Das Herrenhaus repräsentierte von der Straßenseite her den großen rechteckigen Gutshof mit seinen Scheunen und Stallungen. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Brennerei umgebaut, außerdem sind die ersten Anlagen des Gutsparks nachzuweisen. Eine ausgedehnte Modernisierung erfolgte um 1900: Umbauten am Herrenhaus, Neuanlagen der Scheunen, des Schweizerhauses, des Wasserturms und der elektrisch betriebenen Gutsbahn.

Aus diesem Areal wurden 1989 der Wasserturm, 1994 das Gutshaus und der Gutspark in die Kreisdenkmalliste aufgenommen. Der Gutspark erhielt bereits 1989 den Status ”Geschützter Park”- Rechtsträger des Parks ist die Gemeinde. Das Gutsgelände mit den denkmalgeschützten Gebäuden ging 1996 über die Treuhandgesellschaft in Privatbesitz über.

Bis mindestens zum Anfang des 15. Jahrhunderts zurückgehend kann ein Rittergutssitz in Dahlewitz nachgewiesen werden. 1522 übernahm die Familie Otterstedt den Rittersitz mit Wohnhof. Zu den Gutsherren gehörte Hans Georg von Otterstedt, der von 1717-1749 Landrat des Kreises Teltow war. Bis 1785 wächst der Landanteil auf Kosten der bäuerlichen Besitztümer erheblich an.

Das Ausgangslehen betrug um 1400 sechs Hufen, um 1800 waren es 30 Hufen. Zu dieser Zeit war Carl Magnus von Zülow Rittergutsbesitzer in Dahlewitz. Er ließ den Grenzgraben zum Torftransportgraben ausbauen, “Zülowgraben“ und „Zülowkanal“ erinnern daran; er gründete die Brennerei, eine Ziegelei und eine Stärkefabrik.

Aus dem anfänglichen Wohnhof entwickelte sich über die Jahrhunderte ein Rittergut mit einem Herrenhaus, das einen mehrfachen Umbau erfahren musste. Der überkommene Begriff „Schloss“ dürfte von einem barockähnlichen Bau stammen. Auf einem Kupferstich, vor 1820 entstanden, ist das Gutshaus vor seinem letzten Umbau um 1900 zu sehen.

In der baugeschichtlichen Bedeutung zum Denkmalschutz wird das Gutshaus als einfacher märkischer Landsitz hervorgehoben. Der zweigeschossige mittlere Trakt besteht aus sieben Achsen, an denen sich beidseits jeweils ein niedriger Anbau anschließt.

Die Schäden, die ein Brand an diesem Gebäude im August 2001 verursachte, sind leider bisher noch nicht behoben.

Quelle: 
Materialsammlung des Vereins Historisches Dorf Dahlewitz e.V.
23.01.2009, VS

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