Die ehemalige große Schule,
Bahnhofstraße

Seit 1763, als Friedrich II. das Generallandschulgesetz erließ, entwickelte sich auch in Dahlewitz das Schulwesen, allerdings in sehr bescheidenem Maße. In einem dürftigen Wohnhaus, mehr einer Kate, eines Schneidermeisters unterrichtete dieser die Kinder der kleinen Gemeinde mit damals 150 Bewohnern.

Mit dem Bau der Provinzial-Chaussee Berlin – Cottbus (Vorläufer der ehemaligen B 96), die durch das Dorf führte und an der das abbruchreife „Schulgebäude“ stand, konnte der Lehrer Perl den Bau eines Schulhauses mit Lehrerwohnung an der alten Dorfstraße durchsetzen. Die einklassige Schule wurde für anfangs 40 Kinder von 1840 bis 1908 genutzt.

Die wachsende Einwohner- und Kinderzahl um die Jahrhundertwende erforderte einen entsprechenden Schulneubau, der dank der Initiative des Dahlewitzer Lehrers Max Griesbach zustande kam.

Im Jahre 1908 begann auf dem heutigen Grundstück Bahnhofstraße 1 nach nur einjähriger Bauzeit der Unterricht in zwei Klassenräumen mit knapp 90 Kindern. In dem relativ großen imposanten Gebäude, das zu den schönsten Schulbauten des Kreises Teltow gehörte, befanden sich außerdem zwei Lehrerwohnungen und eine Wohnung für den Schuldiener. Zum Schulareal, das damals am Dorfrand an der Chaussee nach Blankenfelde lag, gehörten ein großer Schulhof, ein neu angelegter Spiel- und Sportplatz und ein Hausgarten.

Der Baustil des Schulgebäudes mit seiner sehr ansehnlichen Fassade wurde als Ziegelsicht-mauerwerk errichtet. Es gehört zu den typischen Backsteinbauten im Land Brandenburg des 19. bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts.

Die Architektur des Gebäudes nimmt den strengen einfachen Stil für eine klare Gestaltung auf, wie sie die Bauwerke von K. F. Schinkel (1781-1841) auszeichneten und beispielgebend für die späteren Jahrzehnte waren.

Dieser ehemalige Schulbau ist deshalb wie ein denkmalgeschütztes Gebäude zu betrachten.
Am 2. Dezember 1943 zerstörte eine Sprengbombe ein Wohnhaus in unmittelbarer Nähe und das Dach mit dem Turmaufsatz des Schulgebäudes.

Etwa siebzig Jahre nach seiner Einweihung reichten die Klassenräume längst nicht mehr aus; verschiedene Gebäude des Ortes wurden für Schulzwecke und den Schulhort genutzt.

Die seit 1970 zehnklassige Polytechnische Oberschule zog im Jahre 1985 in den Neubau in der Bahnhofstraße 63 um.

Das ehemalige Schulgebäude nahm 1988 den gesamten Kindergarten II aus der Dorfstraße auf. Seit 30. August 1999 hat es die Funktion einer Kindertagesstätte. Nach aufwändiger Rekonstruktion des neunzigjährigen Gebäudes und dem modernen Anbau mit der blauen Außenfassade werden in der Kindertagesstätte „Blausternchen“ 140 Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahre, die nicht nur täglich aus Dahlewitz kommen, den Fachkräften zur Betreuung, Bildung und Erziehung anvertraut.

Quelle:
 Materialsammlung des Vereins Historisches Dorf Dahlewitz e.V.
23.01.2009, VS

Kommentare sind geschlossen