Bürgerhaus Bruno Taut Dahlewitz

Seit 2004 hat Dahlewitz ein Zentrum des kulturellen Lebens – Das Bürgerhaus Bruno Taut

In den letzten beiden Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts bahnte sich nach dem Bau der Berlin-Dresdener Eisenbahnstrecke ein verstärkter Vorortverkehr an; außerdem wurde die Landstraße Großbeeren – Groß Kienitz ausgebaut. In der Folge entstand die Kolonie Dahlewitz über die Jahrhundertwende hinaus mit ansehnlichen bürgerlichen Wohnhäusern und verschiedenen Gaststätten unweit des Bahnhofs. Vom Dorf aus führte die Gutsbahn mit elektrischer Oberleitung bis Ende der 1940er Jahre zum Bahnhof Dahlewitz, etwa dorthin, wo jetzt das Bürgerhaus steht.

Zur wechselvollen Geschichte dieser Länderein gehören im 20. Jh. auch die zweimal geplanten und nicht gebauten großen Wohnviertel. Ursache waren der 2. Weltkrieg und der untersagte Bau wegen des geplanten Großflughafens Schönefeld. Übrig blieb vom Bauvorhaben der 1990er Jahre die Flurbezeichnung „Bahnhofsschlag“, die nun zur bekannten Adresse des Bürgerhauses avancierte: Am Bahnhofsschlag 1, 15827 Dahlewitz.

Ein öffentliches Zentrum mit einem großen Saal haben sich die Dahlewitzer schon über viele Jahre gewünscht. Auch sollte das seit 1998 aufgebaute Bürgerzentrum in der ehemaligen BHG ein neues Zuhause bekommen. Der zentral in Bahnhofsnähe gelegene moderne Holzbau wurde als abschließender Höhepunkt noch in der selbständigen Gemeinde geplant und aus eigenen finanziellen Mitteln finanziert. Die Entwürfe für das erste öffentliche Holzgebäude in der Gemeinde mit innovativer Technik waren das Ergebnis eines 2002 von der damaligen Gemeinde Dahlewitz ausgeschriebenen Wettbewerbes. Mit der Vergabe noch im Sommer 2003 konnten die Voraussetzungen für die Umsetzung gelegt werden und nach dem Gemeindezusammenschluss im Oktober 2003 wurde der Bau von der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow fortgeführt. Vom ersten Spatenstich (22.10.2003) bis zur Einweihung vergingen gerade einmal 12 Monate.

Mit Abrisskosten, Außenanlagen, Baunebenkosten und Erstausstattung hat das Bürgerhaus 2,1 Mill. € gekostet. Zur Finanzierung hatte die Gemeinde Dahlewitz einen Bausparvertrag abgeschlossen, der so gut verzinst war, dass er noch heute von der Gemeinde Blankenfelde Mahlow genutzt wird.

Ein moderner Begegnungsort der Generationen

Es entstand ein modernes, lichtdurchflutetes und leicht wirkendes Gebäude für die Begegnung der Generationen. Das Parkett im Saal ist für Gymnastik geeignet und ein modernes Blockheizkraftwerk sorgt für niedrige Betriebskosten.

Am 13. November 2004 konnten die Dahlewitzer mit einer Eröffnungsfeier ihr Bürgerhaus Dahlewitz in Besitz nehmen. Im darauf folgenden Jahr 2005 stand es im Mittelpunkt der vielseitigen Veranstaltungen zur 700-Jahrfeier der Ersterwähnung von Dahlewitz.

Den Erbauern des zentralen Gebäudes wurde anlässlich seiner Eröffnung gewünscht, dass sie für die Bewohner von Dahlewitz und ihren möglichst vielen Gästen einen Ort geschaffen haben, der jederzeit Erholung, Bildung und kulturelles Zusammensein auf bestem Niveau bietet. Dies kann nach nun schon über 12 Jahren ohne Übertreibung vollauf bestätigt werden.

Unter das Dach des Bürgerhauses konnten aus dem ehemaligen Provisorium BHG-Bürgerzentrum umziehen: die Bibliothek, der Jugendclub und viele aktive Gruppen und Angebote, die bis heute Bestand haben (z.B. die Sportgruppe der Senioren, die Schachspieler, der Spielenachmittag und der Seniorenmittwoch). Auch das Büro des Ortsvorstehers zog ins neue Zentrum. Neu hinzu kam ein Restaurant.

Mit den drei unterschiedlich großen Veranstaltungsräumen, der Küche und dem Foyer entstanden erstmals für Dahlewitz die Bedingungen für ein öffentliches reges kulturelles Leben. Besonders die beiden größeren Räume, die durch Öffnen der Trennwand zum Saal umfunktioniert werden können, werden zu vielfältigen Veranstaltungen genutzt. Oft wird hierzu der auf Initiative des Vereins Historisches Dorf Dahlewitz e.V. erworbene Flügel eingesetzt, der allein mit Spendengeldern von vielen Besuchern und etlichen Einrichtungen aus der Großgemeinde Blankenfelde-Mahlow und von Erlösen aus Benefizkonzerten bezahlt werden konnte.

Das Bürgerhaus bekommt einen Namen

Auf Initiative des Vereins Historisches Dorf und besonders seiner Ehrenvorsitzenden Frau Vera Seidel – beschloss die Gemeindevertretung im Oktober 2013 die Umbenennung des Bürgerhauses. Seit dem 16. Februar 2014 trägt das Bürgerhaus in Dahlewitz offiziell einen großen Namen – den Namen des international bekannten Architekten und Stadtplaners Bruno Taut, der von 1920 bis 1933 in Dahlewitz lebte.

Anlässlich der offiziellen Namensverleihung im Bürgerhaus Dahlewitz ließ es sich die Gemeinde nicht nehmen, Leben und Werk Tauts in einer Festveranstaltung Revue passieren zu lassen. Alexander Fröhlich, Referent des Bürgermeisters, führte durch die Veranstaltung und beschrieb in seiner Rede die Freude, dem international bekannten Architekten durch die Namensverleihung ein würdiges Andenken wahren zu können. Tauts Maxime sei es gewesen, lebendigen und lebenswerten Wohnraum zu schaffen, der ein gesundes und naturnahes Leben in der Stadt ermöglichte und gleichzeitig auch die sozialen Kontakte zwischen den Bewohnern förderte. Und genau aus diesem Grund wäre Taut auch über die Ehrung der Namensvergabe erfreut gewesen, stellt doch das Dahlewitzer Bürgerhaus, ganz im Sinne Tauts, Bürgern und Vereinen einen Raum zur Verfügung, gemeinsam Projekte gestalten und umsetzen zu können.

Der aufwändige Organisationsablauf der vielen Veranstaltungen im Bürgerhaus und die wohltuende Ordnung in den äußeren Anlagen werden mit Hilfe der Mitarbeiter des Kommunalservice der Gemeindeverwaltung gesichert.

Quelle:
 Materialsammlung des Vereins Historisches Dorf Dahlewitz e.V.
23.1.2009, VS
14.9.2017, AT & AE

Kommentare sind geschlossen